Digitale Plattformen und ERP – Teil 4: Bestandteile und Typen von Plattformen

Zu einem umfassenden Plattformangebot im B2B-Segment gehören heute in der Regel folgende Dienste:

  • Infrastruktur-Services (Infrastructure-as-a-Service, IaaS): Infrastruktur-Angebote aus der Cloud, um bestehende Applikationen zu betreiben (unter anderem ERP-Systeme wie Azure oder Amazon Web Services)
  • Plattform-Services (Platform-as-a-Service, PaaS): Cloud-Dienste für die Entwicklung und den Betrieb von Webanwendungen; dabei kann es sich sowohl um schnell einsetzbare Laufzeitumgebungen (z.B. Application Server, Datenbanken, Container), unterstützende Services (z.B. für Security) oder auch auch um klassische Entwicklungsumgebungen handeln.
  • Software-as-a-Service, SaaS: Software-Anwendungen aus der Cloud; die Angebote reichen von stark fokussierten Apps (z. B. Zeiterfassung, Belegerfassung für Reisekostenabrechnungen) über umfassendere Lösungen für einzelne Fachbereiche (z. B. Beschaffung, Rechnungswesen und Zahlungsabwicklung, Reisemanagement) bis hin zu kompletten ERP-Suiten, die zum Teil über eine ausgeprägte Branchenspezialisierung verfügen (z. B. Salesforce, Microsoft Dynamics 365)
  • Spezialisierte Plattform-Dienste: Hierzu gehören unter anderem IoT-Dienste zur Anbindung, Verwaltung und Steuerung von Maschinensteuerungssystemen, Sensoren oder sogenannten Cyber-Physical-Systems (CPS), einem Verbund softwaretechnischer Komponenten, die via Internet miteinander kommunizieren. Aber auch Services zur Automatisierung und Steuerung von Geschäftsprozessen sowie Integrationsdienste zur Anbindung vor- und nachgelagerter Teilnehmer in der Wertschöpfungskette gehören in diese Kategorie.
  • Marktplatz: Zusammenführung von Angebot und Nachfrage möglichst vieler Unternehmen. Zum Service zählt die Abbildung und Verwaltung der einzelnen Produkte / Dienste (Daten, datenbasierte Services und Apps) ebenso wie die Zugangsverwaltung von Kunden / Käufern zur Plattform sowie die Unterstützung bei der Auswahl und Abwicklung der einzelnen Transaktionen (z. B. Ariba, Microsoft AppSource)
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Dr. Karsten Sontow

Über Dr. Karsten Sontow

Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist seit Anfang 2001 Vorstand der Trovarit AG, Aachen, wo er die Bereiche Marketing/Vertrieb, Research und Finanzen verantwortet. Der studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel für Maschinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. Dort war er sieben Jahre Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V., seit 1998 als Leiter des Bereichs „Dienstleistungsorganisation“. Die Tätigkeitsschwerpunkte des gebürtigen Gronauers lagen in Forschung und Beratung zur Entwicklung und zum Management Technischer Dienstleistungen, zum Electronic Business sowie zur Auswahl und Einführung von Software-Lösungen für Instandhaltung, Service und Facility Management. Am FIR betreute Sontow die Neuentwicklung des "Aachener Marktspiegel EDV-Systeme für den Service" sowie die Neuauflage des "Aachener Marktspiegel Instandhaltungsmanagement-Systeme". Zusätzlich war er mit der Akquisition und Leitung nationaler und internationaler Forschungs- und Beratungsprojekte betraut. Im September 2000 gründete Dr. Karsten Sontow gemeinsam mit Peter Treutlein die Concit AG, die im Juli 2001 zur Trovarit AG umfirmierte.

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