Die Zukunft von ERP im Kontext von Industrie 4.0 – Teil 2: ERP-Systeme im Industrie-4.0-Zeitalter – Der digitale Schatten des Unternehmens

Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme bilden die führende Instanz im Hinblick auf die wichtigsten Stamm- und Bewegungsdaten eines Unternehmens. Warum? Weil ERP-Systeme alle relevanten logistischen, betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Informationen eines Unternehmens zusammenführen. Zudem bilden sie die Schnittstelle zu Kunden und Lieferanten. Das ERP-System repräsentiert somit das Unternehmen in den digitalen Wertschöpfungsnetzwerken. Es bildet die »Single Source of Truth« eines Unternehmens und lässt sich auch heute schon als dessen Digitaler Zwilling bezeichnen.

Die sich gegenwärtig in vielen Unternehmen vollziehende digitale Transformation in Zeiten von Industrie 4.0 verändert jedoch Geschäftsprozesse und auch ganze Geschäftsmodelle in einer dramatischen Geschwindigkeit und Radikalität. Die sie tragenden betriebswirtschaftlichen ERP-Anwendungen sowie ihre fach- und branchenbezogenen Varianten müssen in der Lage sein diesen Wandlungsprozess abzubilden.

So entstehen im Industrie-4.0-Zeitalter beispielsweise durch die Vernetzung von Produkten und Maschinen viele neue Daten, die nach ihrer Verdichtung in das ERP-System zurückgeführt werden müssen. Zusätzlich liefern ERP-Systeme Kontextinformationen für andere Systeme, mit denen sich die Daten interpretieren lassen. Das ERP-System der Zukunft fungiert damit auch immer mehr als Datendrehscheibe zwischen verschiedenen Systemen.

Moderne ERP-Systeme genügen oft schon heute diesen Anforderungen der Industrie 4.0. Sie müssen aber auch denen der Zukunft gerecht werden. Also beispielsweise Technologien wie Künstliche Intelligenz in Form von Machine Learning integrieren oder 3D-Druck ermöglichen. Dann spielen ERP-Systeme auch in Zeiten von Industrie 4.0 und dem Internet-of-Things weiterhin die dominante Rolle als zentraler Prozess- und Datenhub. Sie bleiben so auch in der Zukunft die führende Instanz als »Single Source of Truth« in- und außerhalb eines Unternehmens.

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Über Dr. Karsten Sontow

Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist seit Anfang 2001 Vorstand der Trovarit AG, Aachen, wo er die Bereiche Marketing/Vertrieb, Research und Finanzen verantwortet. Der studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel für Maschinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. Dort war er sieben Jahre Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V., seit 1998 als Leiter des Bereichs „Dienstleistungsorganisation“. Die Tätigkeitsschwerpunkte des gebürtigen Gronauers lagen in Forschung und Beratung zur Entwicklung und zum Management Technischer Dienstleistungen, zum Electronic Business sowie zur Auswahl und Einführung von Software-Lösungen für Instandhaltung, Service und Facility Management. Am FIR betreute Sontow die Neuentwicklung des "Aachener Marktspiegel EDV-Systeme für den Service" sowie die Neuauflage des "Aachener Marktspiegel Instandhaltungsmanagement-Systeme". Zusätzlich war er mit der Akquisition und Leitung nationaler und internationaler Forschungs- und Beratungsprojekte betraut. Im September 2000 gründete Dr. Karsten Sontow gemeinsam mit Peter Treutlein die Concit AG, die im Juli 2001 zur Trovarit AG umfirmierte.

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